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Dach-Haie haben wieder Saison

Vor allem ältere Menschen werden bei Haustürgeschäften ausgetrickst.

Achtung Dach-Haie! Die Warnung des Obermeisters ist eindringlich. Vor allem ältere Menschen werden derzeit wieder verstärkt Opfer von unseriösen Firmen, berichtet Hartmut Berner, Obermeister der Dachdecker-Innung Stuttgart, am Beispiel eines Falles aus Illingen.

Tatort Gustav-Freytag-Straße. Zwei Männer klingeln im Januar an der Haustüre einer 87-jährigen alten Frau und erzählen ihr, dass man auf ihrem Dach nach dem Sturm 'Kyrill' Ziegel einzuhängen seien, das ganze Dach kontrolliert werden müsse. Die Männer sind ganz offensichtlich in der Art von Amtspersonen aufgetreten, haben meiner Mutter Angst gemacht. Sie sei haftpflichtig, wenn etwas passiere, schildert die Tochter der Seniorin die regelmäßig zu Besuch kommt und zufällig den Reparaturzettel der Waiblinger Firma findet. Wie die Männer ins Haus gekommen sind, ist der Tochter ein Rätsel, denn meine Mutter lässt eigentlich niemanden rein. Das bestätigt auch ein Nachbar. Der Auftrag wurde von der Tochter, die von dem aufmerksamen Nachbarn auf den Plan gerufen wurde (Da sind Handwerker bei ihrer Mutter), sofort widerrufen. Außerdem wurde ein Hausverbot ausgesprochen und eine Anzeige erstattet.

Die gleichen Leute waren vor eineinhalb Jahren schon einmal bei meiner Mutter, erinnert sich Frau H. Bei der Firma sei ihr gesagt worden, ihre Mutter habe die Handwerker bestellt. Das stimmte nie und nimmer. Es sei doch erschreckend, wenn man sich gezielt alte Menschen aussuche, um sie regelrecht auszunehmen. Denn: Es hat sich herausgestellt, dass das Dach keinerlei Schäden aufgewiesen hat. Frau H.: Es ist erst vor fünf, sechs Jahre komplett überprüft und gerichtet worden. Das bestätigt Hartmut Berner, Chef des Dachdeckerunternehmens Fink am Illinger Eck: Da gab es nichts zu richten.

Weit weniger glimpflich sind zwei Fälle ausgegangen, über die Silvia Großmann vom Illinger Haushalts-Hilfsdienst (HHD) berichtet. Einem 91 Jahren alten Mann sei vor kurzem das Dach neu eingedeckt worden: kosten 8.600 Euro. Ein 92-jähriger (Der Mann ist so gut wie blind) habe eine neue Fassade für sein Haus erhalten. Rechnungssumme: 11.200 Euro. Großmann: Wir sehen und bei unseren Besuchen dubiose Rechnungen schon genau an.

Berner: Methoden wie die Mafia.

Hartmut Berner, der die Lebensdauer eines Daches zwischen 30 und 50 Jahre einschätzt, spricht bei solchen Fällen geradezu von einem System, von mafiösen Methoden. Außendienstler würden vor allem auf ältere Menschen angesetzt. Da komme ein Vertreter und erzähle was von einem dringend zu sanierenden Dach, einige Zeit später komme ein anderer und erzähle das gleiche. Wenn dann noch ein Dritter eine ähnliche Geschichte auftische, würden die Menschen die Sache allmählich glauben und einen Vertrag unterschreiben. Berner: Da wird eine massive Verunsicherung betrieben. Es gebe hunderte von solchen Fällen, weiß der in Vaihingen wohnende Innungs-Obermeister, in dessen Innung 78 Betriebe organisiert sind. Und der Schaden für die ehrlich agierende Kollegen sei enorm. Vor allem auch der Image-Schaden.

Dach-Haie sind nach der Winterpause besonders aktiv. Die 'Arbeitsmethoden' sind verschieden (siehe auch Kasten), das Ziel ist immer das gleiche: den ahnungslosen Hausbesitzern um möglichst viel Geld zu bringen. Diese Methoden sind üblich: Das Dach wird einer Inspektion unterzogen. Anschließend werden poröse Ziegel präsentiert, die angeblich vom Dach des Opfers stammen. Der Schock wird ausgenutzt und der Hausbesitzer sofort zur Unterschrift unter einen Pauschal-Sanierungsauftrag gedrängt.

Auch das ist eine beliebte Variante: Nachdem der Hausbesitzer einen Vertrag über die Sanierung zu verlockend niedrigen Pauschalpreis unterschrieben hat, wird unmittelbar mit dem Abbruch des Daches begonnen. Daraufhin wird dem Opfer erklärt, der Aufwand sei doch erheblich größer als eingeschätzt gewesen. Nun soll ein wesentlich teurerer Auftrag unterschrieben werden.

Aus was bei Dach-Haien in der Regel nicht geachtet wird, ist die Energieeinsparverordnung. Berner: Der Gesetzgeber hat geregelt, dass bei einer Dachsanierung oder einer umfangreichen Dachreparatur eine Wärmedämmung einzubringen ist, die den spezifischen Anforderungen der Energieeinsparverordnung entspricht. Also ist doppelt Vorsicht geboten. Und im Falle des Falles einen Auftrag innerhalb von zwei Wochen schriftlich widerrufen. Doch nicht alle Fälle enden so glimpflich wie der aus der Gustav-Freytag-Straße.

Diese Tipps gegen Dach-Haie gibt der Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks und die Innung Stuttgart:

  • Niemals einen Auftrag eines herumreisenden Handwerkers sofort unterschreiben.
  • Erst ein exaktes detailliertes Angebot mit Aufmaß und Einzelpositionen erstellen lassen.
  • Vor Auftragserteilung die Dachdeckerinnung anrufen, ob der betreffende Betrieb Mitglied ist oder ob er dort bekannt ist (0711- 6 20 20 83).

Wenn das Dach auch kleine Reparaturen notwendig hat oder in der nächsten Zeit eine Sanierung ansteht, sollte niemals sofort und ohne Überlegung ein Auftrag unvorbereitet und übereilt an der Haustür erteilt werden. Es wird dringend geraten, ein Angebot von dem Dachdecker der eigenen Wahl einzuholen, auch wenn dann das vermeintlich günstige Angebot des Dach-Hais keine Gültigkeit mehr haben sollte. Denn nicht zu vergessen ist, dass der Dach-Vertreter auch eine Provision in Höhe von 20 Prozent oder mehr für die Vermittlung des Auftrags erhält. Das heißt, um so höher der Auftrag, um so höher die Prämie. Der eigentliche Zahlende ist der Kunde.

Mobile Handwerkerkolonnen arbeiten zurzeit generalstabsmäßig und in bester Drückerkolonnen-Manier ganze Stadtviertel und Gemeinden ab. Ihr Ziel ist es, teure Bauaufträge für eine Dach- oder Fassadensanierung an der Haustür abzuschließen. Gelockt wird oft mit einem kleinen Reparaturauftrag über 30 bis 250 Euro. Hat der Kunde erst unterschrieben, wird das gesetzlich garantierte Rücktrittsrecht geschickt ausgehebelt, denn schon am gleichen oder nächsten Tag rückt die Arbeitskolonne an. Kurz nach Beginn der angeblich kleinen Reparatur werden die Hausbesitzer in Panik versetzt, weil der Schaden an ihrem Dach angeblich größer als erwartet sei.

Entscheidungen über Sanierungen am Dach trifft man nicht an der Haustür! Sie sollten gründlich überlegt und geplant sein. Das Dach bricht mit Sicherheit nicht gleich über dem Kopf zusammen.

Ein Bericht der Kreiszeitung Vaihingen/Enz vom 9.2.2007

"Dach-Haie" sind wieder unterwegs

Berner: Das sind mafiöse Strukturen.

Vor allem ältere Bürgerinnen und Bürgen sind für sie ein willkommenes 'Fressen': Vor den unterlauten Geschäftsmethoden so genannter 'Dachhaie' warnte gestern eindringlich Hartmut Berner, Innungsobermeister der Dachdecker-Innung Stuttgart.

Ganze Dachdeckerkolonnen seien gegen Ende des Winters wieder verstärkt unterwegs, um mit unseriösen Methoden an das Geld von ahnungslosen Hausbesitzern zu kommen. Das sind mafiöse Strukturen, so der Illinger Hartmut Berner über riskante Haustürgeschäfte, leere Versprechungen und zweifelhafte Sanierungen.

Sie hat sich eingeschlossen. Sie war verängstigt. Regelrecht eingeschüchtert hat die 87-jährige Illingerin nach Angaben ihrer Tochter gewirkt, nachdem sie einschlägige Erfahrungen mit den 'Dachhaien' gemacht hatte. Nur in letzter Minute konnte die Tochter dem Auftrag widersprechen, unter den ihre eingeschüchterte Mutter ihre Unterschrift gesetzt hatte. Angeblich, so teilten die Dachsanierer einer Firma aus Waiblingen mit, müssten auf dem Dach des Hauses in der Gustav-Freytag-Straße unter anderem Ziegel neu eingehängt werden. Dachdeckermeister Berner dagegen stellt keinerlei Schäden fest. Der Auftrag hätte die Hausbesitzerin wohl nur 30 bis 60 Euro gekostet. Doch dabei wäre es nicht geblieben, weist Berner auf die subtilen Methoden hin, mit denen die Menschen zum Abschluss von Folgeauftragen gedrängt werden. Dass es dann nicht mehr so glimpflich ausgeht, bestätigte Silvia Großmann, die in Illingen einen ambulanten Pflegedienst leitet und deshalb in Kontakt speziell mit älteren Menschen kommt. Schon 2004 hätte eine dieser einschlägigen Firmen einen 91-jährigen Patienten besucht und dazu gebracht, einen Auftrag für eine Dachsanierung zu unterzeichnen. Am Ende bezahlte er 8 600 Euro. Silvia Großmann: Für ein paar kaputte Dachziegel. Ein anderes Mal bezahlte eine 94-jährige Illingerin 11.200 Euro für eine neue Fassade. Silvia Großmann: Die Frau ist so gut wie blind. Alte Menschen würden gezielt überrumpelt und betrogen.

Finanziellen Schaden erleiden nicht nur die Hausbesitzer, die für ihr Geld längst nicht die gleiche Leistung wie vom Fachmann vor Ort bekommen, weil zum Beispiel die Energiespar-Verordnung ignoriert wird. Berner fürchtet darüber hinaus einen Image-Schaden für das Dachdecker-Handwerk und rechnet mit finanziellen Verlusten für die 78 Betriebe in der Stuttgarter Innung, die sich bis Knittlingen erstreckt.

Im Umkreis von 25 Kilometern rund um Illingen gingen durch die 'Dachhaie' zwischen 400 und 500 Aufträge verloren. Mehr als 'fünfstellige Verluste' gefährdeten mittelfristig auch Dutzende von Arbeitsplätzen. Berner: Dachhaie gibt es schon seit mindestens 20 Jahren. Aber jetzt haben sie immer mehr Erfolg.

Die Dachdecker-Innung Stuttgart rät deshalb, niemals einen Auftrag eines herumreisenden Handwerkers sofort zu unterschreiben. Der Hausbesitzer solle sich zuerst ein exaktes detailliertes Angebot mit Aufmaß und Einzelpositionen erstellen lassen. Vor Auftragserteilung sei es ratsam, die Dachdeckerinnung unter der Nummer 0711 - 620 2083 anzurufen und nachzufragen, ob der betreffende Betrieb Mitglied ist oder er bekannt ist.

Ein Bericht des Mühlacker Tagblatt vom 9.2.2007 von Ulrike Stahlfeld

Umweltentlastung fängt oben an

Wie Hausbesitzer und Bauherren mit ihrem Dach zum Umweltschutz beitragen können.

Das Ozonloch über der Antarktis hat mit der 77-fachen Größe Deutschlands eine traurige Rekordgröße erreicht. Schuld daran ist u. a. der zunehmende CO2-Ausstoß. Und den kann jeder Einzelne mit beeinflussen, auch Bauherren und Hausbesitzer. In enger Zusammenarbeit mit Planern und dem Dachdecker.

Je weniger Energie zur Beheizung eines Gebäudes aufgewendet werden muss, desto geringer ist die Umweltbelastung und die Belastung der eigenen Haushaltskasse. Allein durch eine optimale Dämmung des Daches können 12-19% der Gesamtenergie eingespart werden. Wird die Brauchwasserbereitung durch eine Solarthermieanlage unterstützt, steigt das Sparpotenzial für die Primärenergie um weitere 30% an. Voraussetzung ist allerdings, dass diese Maßnahmen von der Wärmedämmung bis zur Montage der Solarkollektoren auf dem Dach von qualifizierten Fachleuten des Dachdeckerhandwerks ausgeführt werden, um optimale Ergebnisse zu erreichen.

Wer darüber hinaus ohne zusätzliche Belastung der Umwelt Strom selbst produzieren und ihn ins öffentliche Netzt gegen gutes Geld einspeisen will, leistet mit der Fotovoltaik-Anlage einen weiteren wichtigen Beitrag. Übrigens sind Solaranlagen zur Stromerzeugung auch für bislang ungenutzte Flächen von Garagendächern geeignet. Auch hier kann der Dachdecker-Innungsbetrieb die individuell passende Lösung zusammen mit dem Bauherren erarbeiten.

Auch die Auswahl des Baustoffs für die Dacheindeckung will vorausschauend geplant sein. Ist die Eindeckung bei einer Erneuerung des Daches in vielen Jahren unbedenklich für die Umwelt und ohne zusätzliche Kostenbelastung entsorgbar? Baustoffe, die dieses Kriterium auf jeden Fall erfüllen, sind z. B. der Tondachziegel und der Betondachstein. Haben sie nach vielen Jahren einmal ausgedient, können diese Dacheindeckungen bedenkenlos deponiert werden. Oder sie beginnen als Granulat für eine Dachbegrünung, als Tennisplatzbelag oder als Unterbau für eine Straße ein neues Leben.

Als reine Naturbaustoffe für die Dacheindeckung stehen auch das Reet vorwiegend im Norden Deutschlands und die Holzschindeln im Süden unseres Landes sowie der Schiefer zur Wahl.

Und wer sich die Natur pur auf sein Dach holen will, sollte über eine Begrünung der Dachflächen nachdenken. Mit ihr können Mini-Biotope und kleine Ausgleichsflächen für die bebaute Grundstücksfläche und gleichzeitig eine 'natürliche Klimaanlage' für das Haus geschaffen werden.

Mit der oft Jahrzehnte langen Erfahrung des Dachdeckers kann jeder Hausbesitzer und Bauherr seinen Beitrag zur Umweltentlastung leisten. Und der zahlt sich bereits mittelfristig mit niedrigeren Energiekosten aus. Darüber hinaus werden solche Maßnahmen vielfach mit zinsgünstigen Darlehen oder rückzahlungsfreien Zuschüssen belohnt.

Mehr Informationen zum Thema gibt es bei der örtlichen Dachdecker-Innung, die auch Anschriften qualifizierter Fachbetriebe vermittelt.

Gefährliche Begegnung - Sanierung von asbesthaltigen Dächern und Fassaden

Asbest wurde noch vor wenigen Jahrzehnten als „Baustoff für die Ewigkeit“ gefeiert. Diese Dach- und Fassadenplatten, die auf ein Patent aus dem Jahr 1900 zurückgehen, galten als weitgehend frost- und feuerresistent. 70 Jahre später kam die bittere Erkenntnis, dass die lungengängigen Fasern des Asbests krebserregend wirken.

Kein Grund zur Panik für Hausbesitzer, beruhigt der Sprecher des Landesinnungsverbandes des Dachdeckerhandwerks Baden-Württemberg. Denn solange das Dach und die Fassade, bei denen asbesthaltige Baustoffe zum Einsatz kamen, intakt sind, besteht keine Gefahr. Müssen hier aber Reparaturen oder ein Austausch vorgenommen werden, ist das eine Sache für Spezialisten: Dachdecker-Innungsbetriebe mit einem Befähigungsnachweis nach TRGS (Technische Richtlinie Gefahrstoffe) 519. Dieser Befähigungsnachweis wird nur nach Absolvierung eines entsprechenden Lehrgangs erteilt.

Der Hintergrund: Beim Umgang mit asbesthaltigen Baustoffen werden die lungengängigen Fasern freigesetzt. Deshalb ist es auch strikt verboten, solche Baustoffe in irgendeiner Form zu bearbeiten. Sie dürfen also weder angebohrt, abgebrochen, gesägt, mit Hochdruckreinigern gesäubert oder gar beschichtet werden. Alle Arbeiten an asbesthaltigen Fassaden oder Dächern müssen vorab bei den örtlichen Behörden angezeigt und die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen erfüllt werden. Dazu können Schutzausrüstung oder Absaugeinrichtungen gehören.

Der Umgang mit asbesthaltigen Baustoffen ist also weder dem Heimwerker noch dem Handwerker ohne den entsprechenden Qualifikationsnachweis erlaubt und ist lebensgefährlich. Entsprechend können Verstöße sogar strafrechtlich verfolgt werden, warnt der Sprecher der Dachdecker.

Ein Tipp für Hausbesitzer, die eine Sanierung eines asbesthaltigen Daches oder einer Fassade planen: Diese Maßnahme kann möglicherweise als außergewöhnliche Belastung beim Finanzamt geltend gemacht werden (Bundesfinanzhof Az. III R 6/01).

Mehr Informationen und vor allen Dingen Anschriften von Dachdecker-Innungsbetrieben, die nach TRGS 519 den Umgang mit asbesthaltigen Baustoffen qualifiziert sind, gibt es bei der Dachdeckerinnung Stuttgart.

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